„Simpel“ – eine Tragikomödie, die zu Herzen geht

 

- Rezension -

Der Roman "Simpel" der französischen Autorin Marie-Aude Murail hat 2008 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten. Und wurde nun von Regisseur Markus Goller verfilmt.

 

David Kross legt als Simpel eine begnadete Schauspielleistung als geistig behinderter Mann Simpel an den Tag. Sein Bruder Frederick Lau und auch die anderen Protagonisten vervollständigen dieses Können und machen den Film zu etwas ganz Besonderem.

 

Simpel heißt mit ursprünglichen Namen eigentlich Barnabas und hat immer seinen über alles geliebten Stoffhasen bei sich. Der junge Mann ist geistig auf dem Stand eines Dreijährigen stehen geblieben, hat eine wundervoll innige Beziehung zu seinem Bruder Ben und lebt ansonsten auch ein unbeschwertes und idyllisches Leben. Für ihn ist die Welt noch in Ordnung.

 

Als dann allerdings seine Mutter stirbt, ist Simpel auf Ben angewiesen, der alles versucht, um ihn liebevoll zu umsorgen, dennoch heillos überfordert scheint. Simpel soll daraufhin in ein Heim eingewiesen werden, was Ben aber mit aller Macht verhindern möchte. Stattdessen machen sie sich auf den Weg, um nach dem leiblichen Vater zu suchen, der die Familie vor 15 Jahren verließ.

 

Eine Geschichte, die ans Herz geht. Die vor allem das Thema soziale Inklusion aufzeigt und dennoch in Frage stellt, ob bedingungslose Selbstaufgabe bei all der wunderbaren und so wichtigen Liebe zwischen den Brüdern, richtig ist. Ein Film, der nicht immer einfach ist und das auch gar nicht sein soll, sondern zum Nachdenken anregt  und auch mal zum Lachen bringt. Dabei verfällt die Geschichte nie zu einem Drama, sondern wird seinem Genre Tragikomödie mehr als recht. Mehr möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten, denn mein Fazit lautet: Unbedingt ansehen!

Ist jetzt überall auf DVD erhältlich.

 

 

 

 

 

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