Myosotis steht für „Vergissmeinnicht“ – wie die App Myo Nähe zwischen Angehörigen, Bewohnern und Pflegepersonal schafft

 

Sicher haben alle von uns einen oder mehrere Angehörige, die in Pflegeeinrichtungen betreut werden müssen. Hier traf die Corona-Krise besonders hart. In allen Einrichtungen herrschte Besuchsverbot, an vielen Orten ist es immer noch sehr eingeschränkt. Was das sowohl mit den Bewohnern als auch mit Angehörigen macht, die monatelang ihre Liebsten nicht sehen können, ist unvorstellbar schmerzhaft. Und genau an diesem Punkt setzt die App myo an. Das Start-up mit einem neu konzipierten Kommunikationstool schafft Nähe zwischen Bewohnern, Pflegepersonal und Angehörigen, in dem sie alle miteinander online verbindet.

 

Wie das genau funktioniert, hat mir Jacqueline Schroll-Würdig beantwortet, die im Pflegepraxiszentrum Nürnberg (PPZ) für das NürnbergStift als Projektmanagerin arbeitet. „Ich hatte sofort das spontane Gefühl, dass das mit myo eine ganz tolle Idee ist“, erzählt sie. Das NürnbergStift erprobt im PPZ-Nürnberg zusammen mit fünf weiteren Partnern digitale Technik in der Pflege im Echtbetrieb, finanziert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Dazu gehört auch die myo-App. „Im Pflegealltag ist es oft so, dass der Kontakt zu Angehörigen mitunter problembezogen ist. Man arbeitet an einem gemeinsamen Weg für eine optimale Lösung, aber die Angehörigen bekommen oft gar nicht mit, welch‘ schönen Dinge auch in der Einrichtung passieren!“, so Jacqueline Schroll-Würdig weiter.

 

Genau das bricht myo auf.  Auf diese Weise kann die Familie am Alltag teilhaben, auch wenn sie nicht vor Ort sein kann oder darf, wie jetzt in Corona-Zeiten. Eingesetzt wird die App unter anderem von den Mitarbeitern in der sozialen Betreuung. Marina Skowronek ist eine von ihnen und berichtet mir von ihren Erfahrungen mit dem neuen Kommunikationstool: „Wir haben festgelegte Tage, an denen wir den Angehörigen Bilder von den Bewohnern schicken. Und wir zeigen auch mal, wenn ein Bewohner einen nicht so guten Tag hat. Wir haben daneben auch die Möglichkeit kleine Videos zu drehen oder Sprachnachrichten zu senden. Zum Beispiel beim Singen mit den Bewohnern oder beim Spaziergang im Park.“ Alles ist authentisch und die Familie kann selbst bestimmen, wer die Nachrichten lesen kann. So kann sich der Kreis der Nachrichtenempfänger auch schnell erweitern. Antworten können die Angehörigen dann per Kommentar. „Unsere Bewohner freuen sich immer riesig, wenn wir ihnen dann die Rückmeldungen der Familie vorlesen.“, erzählt mir Marina Skowronek.

 

Dank der App haben Angehörige nun auch die Möglichkeit, den Arbeitsalltag der Pflegenden viel transparenter mitzuerleben, was zur Folge hat, dass den Mitarbeitern viel mehr Wertschätzung entgegengebracht wird. Selbstverständlich ist jedem Bewohner und dessen Verwandten freigestellt, ob sie die App nutzen möchten oder nicht.

 

Während der Corona-Krise bietet der Hersteller der App, die Myosotis GmbH, allen Heimen eine kostenlose Nutzung an.

 

Ich finde, eine wirklich ganz tolle Möglichkeit, die auch nach der Corona-Krise Bestand haben sollte. Gerade für Angehörige, die weiter entfernt wohnen, ist es eine schöne Sache, wenn sie so dennoch den Kontakt halten und ein klein wenig am Alltag der Bewohner teilnehmen können. Von daher freue ich mich sehr, dass ich myo durch Zufall entdeckt habe und euch nun darüber berichten konnte. Ihr könnt sicher die App auch mal in Einrichtungen vorstellen, in denen eure Angehörigen leben. Dieses Angebot sollte es an vielen Standorten geben. Alles Liebe euch. Eure Nisla

 

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