Mein Jahresrückblick - ein Jahr voller Trauer und voller Liebe

Wenn ich hier so sitze und darüber nachdenke, was im vergangenen Jahr alles passiert ist, mein ganz persönlicher Jahresrückblick eben, dann tue ich mich ungeheuer schwer mich an Dinge zu erinnern, die vor Juli passierten. Ich kann mich nicht an ein härteres Jahr in meinem Leben erinnern, als es dieses Jahr war. Ein Jahr voller Schmerz und Trauer, aber auch voller Liebe und Zusammenhalt mit meinem Mann. Voller Tragen und Getragen werden, voller Tränen, voller Erinnerungen. Ich denke darüber nach, ob ich etwas hätte anders machen müssen. Hätte ich gewusst, was passiert, hätte ich anders gehandelt? Mehr Zeit verbracht mit meinen Lieben? Weniger gearbeitet, weniger Stress gehabt, einfach mehr Leben und Familie? Ich weiß es nicht.

Man ist in seinem Hamsterrad oft gefangen, tut sich schwer da auszubrechen. Bis genau das Unausweichliche passiert. Dass der Tod dir ein Schnippchen schlägt, du einen geliebten Menschen plötzlich und ohne Vorwarnung aus dem Leben verabschieden musst. Ein Mensch, der in meiner kleinen Familie eine Riesen-Lücke hinterlässt. Es war wirklich das härteste Jahr unseres Lebens. Meine Schwiegermutter ist mit nur 64 Jahren aus dem Leben geschieden. Hat uns innerhalb von einer Woche verlassen und uns mit vielen Fragen und großem Schmerz zurück gelassen. Wird es besser, die Trauer? Ich denke ja. Es tut nach wie vor ungeheuer weh und es vergeht nach wie vor noch keine Woche ohne dass bei einem von uns die Tränen laufen, weil wir immer wieder da sitzen und sie unendlich vermissen. Aber trotz allem habe ich eines gelernt, sie musste nicht leiden. Und trotz all der Trauer gibt mir das Frieden. Eine lebenslustige, sportliche und glückliche Frau musste nicht leiden. Sie durfte gehen. In Frieden. Und ohne Schmerz. Und dafür danke ich Gott. Auch wenn sie viel zu früh gegangen ist. Einfach viel zu früh. Es ist erstaunlich, wie sehr dich ein solcher Verlust verändert. Man stellt viel in Frage. Beziehungen, das Leben, sich selbst. Was kann man anders machen? Wie lange leben wir? Wie sehr genießen wir es? Das Leben. Die Liebe. Wie viel Zeit nehmen wir uns für das, was wirklich zählt und wichtig ist? Oft wahrscheinlich viel zu wenig.

 


Es war ein hartes Jahr, aber es gab auch viele herzerwärmende Momente.
Ich habe zu schreiben begonnen, hier auf meinem Blog, für und mit Euch. Was für ein Segen. Was für Miteinander. Auch Ihr habt mich getragen durch diese schwere Zeit. Das Schreiben wurde zu einem Ventil für mich und Ihr seid zu meinem zweiten Zuhause geworden. Dafür sage ich von Herzen Danke. Wohin mich mein Weg führen wird, dieser Weg mit Euch, das weiß ich nicht. Aber ich freue mich auf alles, was kommt. Und danke Euch, dass Ihr mich begleitet auf diesem Weg.

 

Was mich auch unglaublich berührt hat in diesem Jahr ist, wie sehr Freunde zum Segen werden können. Ohne meine Mädels hätte ich dieses Jahr nicht so überstanden, wie ich es getan habe. Und manchmal auch heute noch nicht tue. Sie haben und halten mir den Rücken frei, wenn ich nicht mehr weiter weiß, haben meine Kinder genommen, wenn wir wichtige Termine hatten, haben mit mir geweint, Erinnerungen hoch gehalten und mich immer wieder aufgefangen. Ich habe gelernt, dass Freundschaften heilen können, dass das Herz stärker ist und Freunde wirklich Familie sind. Ihr seid mein Fels, mein Halt! Ihr seid die Besten! Ohne Euch wäre ich heute nicht da, wo ich bin!

 

Was ich mir für kommendes Jahr wünsche? Nicht viel mehr, als dass meine kleine Familie gesund bleibt, dass wir viele wunderschöne gemeinsame Momente erleben und wir Erinnerungen für die Ewigkeit schaffen. Ich wünsche mir Liebe im Herzen. Bei mir und bei Euch! Ich drück Euch von ganzem Herzen und wünsch‘ Euch nur das Beste! Heute, morgen und im kommenden Jahr.  Eure Nisla <3


Den Abschiedsbrief an meine Schwiegermama findet ihr hier