Buchvorstellung - Ich bin das Mädchen aus Aleppo von Bana Alabed

 

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„Ich widme dieses Buch allen Kindern, denen in Kriegen Leid geschieht. Ihr seid nicht allein.“

 

Ein unschuldiges kleines Mädchen, das zusammen mit ihrer Mutter über den Krieg schreibt, in dem sie aufwachsen muss. Über ihre Erlebnisse, über Grausamkeiten, aber auch über Hoffnung, Zusammenhalt und Liebe. Davon handelt das Buch „Ich bin das Mädchen aus Aleppo“, erschienen im Bastei Lübbe Verlag.

 

Ein glückliches Leben – zerstört durch den Krieg

 

Die Autorin Bana Alabed ist erst drei Jahre alt, als der Bürgerkrieg in ihrer Heimat Syrien ausbricht. Von da an ist nichts mehr so wie es war. Als die erste Bombe fällt, weiß sie nicht, was geschieht. Ihre Eltern, beide gebildet, der Vater Rechtsanwalt, die Mutter Jura-Studentin, ihr kleiner Bruder Mohammed und Bana führen bis zu diesem Tag ein glückliches Leben.

 

Bana erzählt von ihren Puppen, ihren schönen Kleidern, den vielen Familienmitgliedern, die um sie herum leben. Kindheitstage wie sie alle Kinder erleben, die in Frieden leben dürfen.

 

Bis die erste Bombe fällt und damit aus dem kleinen unschuldigen Mädchen ein Mensch wird, der in Angst lebt. Angst vor Bomben, Angst vor Zerstörungen, Angst um ihre Familie, Angst vor dem Tod. Und das fast vier Jahre lang. Von diesem Tag an, an dem das Leid begann, fielen jeden Tag Bomben.  Nachdem die Armee des Regimes beginnt Ost-Aleppo zu bombardieren,  teilt sich die Stadt in zwei Teile: Ost und West. Bis zu 300.000 Zivilisten sind zwischen den Fronten eingeschlossen, Bana und ihre Familie sind ein Teil von ihnen.

Die beste Freundin stirbt

 

Wasser und Essen ist nur noch minimal vorhanden, die medizinische Versorgung katastrophal. Immer wieder scheint sich die Lage zwar kurzfristig zu beruhigen und Bana und all die anderen Menschen schöpfen Hoffnung. Doch kurze Zeit später setzt der Krieg wieder ein und das viel grausamer noch als je zuvor. Eines Tages wird das Haus der besten Freundin Yasmin bombardiert und Yasmin wird verschüttet. Die gesamte Familie Alabed hilft stundenlang nach Yasmin zu graben und Bana muss miterleben, wie die tote Freundin aus den Trümmern geborgen wird. Diese Begebenheit verwundet Bana seelisch zutiefst und die Hoffnung weicht ein Stück weit der Wut. So schreibt die Mutter:

 

 

Hoffnung macht der Wut Platz

 

„Ich war nicht nur erschüttert und todtraurig, sondern wurde außerdem wütend- wütend darüber, dass wir das alles ertragen mussten, während die Welt zusah.“

 

Das Mädchen beschließt daraufhin in ihrer Verzweiflung gemeinsam mit ihrer Mutter zu twittern, um die Menschen in der Welt auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen und um Hilfe zu bitten, ja beinahe zu flehen.

„I need peace.“ – Tweets werden zum Retter

 

Am 24. September 2016 schreibt sie ihren ersten Tweet: „I need peace.“ Was für ein Statement eines so kleinen Mädchens. Als Mutter mag ich mir diese Verzweiflung und Todesangst nicht ausmalen. Fast täglich setzt sie mit Unterstützung ihrer Mutter Tweets ab und gibt so dem Leid und der Zerstörung Syriens ein Gesicht. Und sie findet Gehör. Über 300.000 Follower lesen die Nachrichten und Appelle des kleinen Mädchens. Doch es birgt auch Gefahren. Die Familie gelangt ins Visier des Terrors. Ihr Haus wird bombardiert und vollständig zerstört. Man droht mit dem Tod. In diesen Tagen schwindet die Hoffnung. Bana wünscht sich in manchen Situationen sogar zu sterben, damit das Leid ein Ende hat. Allein Twitter ist der einzige Lichtschimmer. Nur so halten sie Kontakt zur Außenwelt. Nur so haben sie noch einen Hoffnungsschimmer, dass man ihnen helfen könnte. Dass die Welt sie hören und retten würde. Nach etwa weiteren drei Monaten wird Bana evakuiert und lebt heute mit ihrer Familie in Sicherheit.

 

Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Bana erzählt eindrucksvoll von ihren Erlebnissen, das Ganze ergänzt durch Briefe und Erinnerungen ihrer Mutter Fatemah. Es sind viele Bilder enthalten, die das komplette Ausmaß der Zerstörung zeigen und einen als Leser nur erahnen lassen, wieviel Leid diese Menschen durchmachen mussten und noch immer müssen. Es ist grausam, es ist ungerecht und es ist nicht richtig, dass ein Kind, ein Erwachsener solche Dinge miterleben oder sogar sterben muss. Man fragt sich WARUM? Warum muss es so viele Opfer geben? Warum müssen die Menschen so viel Leid ertragen? Warum habe ich das Glück hier aufwachsen und leben zu dürfen in Frieden? Diese Menschen verlieren alles. Ihr zuhause, Verwandte und Freunde, ihr unbeschwertes Leben.

 

Lest dieses Buch und macht euch selbst ein Bild davon. Ich kann es von ganzem Herzen empfehlen. Es verändert die Sichtweise auf die Dinge. Auf das, was wirklich zählt im Leben.

 

Es wird Zeit für Frieden und das überall auf der Welt! Es wird Zeit, die Augen zu öffnen und sich damit auseinander zu setzen. Es wird Zeit, die Stimme zu erheben und zu sagen, es ist genug. Diese Menschen haben sich den Krieg nicht ausgesucht. Es wird Zeit, dass wir alle Menschen, denen ein solches Schicksal widerfahren ist, willkommen heißen und unterstützen. Dass wir helfen und Gutes tun.

 

Bastei Lübbe hat eine wunderbare Aktion für geflüchtete Kinder in Deutschland ins Leben gerufen. Für jedes Bild, das von Kindern als Zeichen für den Frieden gemalt wird und hier hochgeladen wird, spendet Bastei Lübbe 1 Euro an die Einrichtung „Start Up – Club zum Ankommen“, die sich um geflüchtete Kinder,  Jugendliche, Frauen und Familien kümmert.

 

Eine Aktion, die ich von Herzen nur empfehlen kann. Also ran an die Stifte und losgemalt. Es ist ein kleiner Beitrag für eine bessere Welt. Den wir und unsere Kinder alle leisten können. Denn nichts wünscht man sich sehnlicher als Frieden, wenn man ihn nicht hat. Ich wünsche euch nur das Beste. Vor allem aber Liebe und Frieden. Eure Nisla <3

 

Hier noch die Werke meiner Kinder.

Weitere tolle Vorstellungen dieses Buches findet Ihr bei Mami Rocks, Kinderleute und Kinderwärts. Hüpft mal rüber, es lohnt sich.