Liebe Unternehmen. Liebe Politik. Arbeitende Mütter brauchen mehr Flexibilität

 

Kennt ihr schon die Netlix-Serie „Workin‘ Moms“, in der drei Mütter versuchen wieder Fuß in der Arbeitswelt zu fassen und dabei auf immense Schwierigkeiten treffen, vor allem, was das Zeitmanagement und die vielen Vorurteile anderer betrifft? Was in dieser Serie komisch-satirisch dargestellt wird, hat einen ernsten Hintergrund. Ja sogar einen sehr wahren Kern. Denn wenn wir ehrlich sind, wollen wir arbeitenden Mütter nicht nur mehr Flexibiltät – wir brauchen sie! Und zwar dringend!

 

Während wir Frauen uns durch erfolgreiche Studienabschlüsse auszeichnen, weniger Geld verdienen und kaum noch Zeit für uns selbst haben, geht in der Arbeitswelt nichts voran. Man kann beinahe von einem Stillstand sprechen.

 

Natürlich gibt es Firmen, die diese Flexibilität schon leben, Frauen kindgerechte Arbeitszeiten anbieten, hauseigene Betreuungsmöglichkeiten schaffen, Frauen in Führungspositionen einstellen. Es gibt auch solche, die mehr Nachdruck auf diese Thematik legen. Und dennoch wird es Zeit, dass auf Worte noch viel mehr Taten folgen.

 

Es wird Zeit die „gender gap“ zu schließen. Unternehmen müssen sich stärker dafür einsetzen: Gleiches Gehalt für alle mit gleicher Qualifikation – also „equal pay“, mehr Frauen in Führungspositionen. Mehr Frauen, die grundsätzlich arbeiten gehen. Mit zwei arbeitenden Elternteilen ist es  mehr denn je nötig auf Flexibilität zu setzen.

 

Für arbeitende Eltern ist das Leben eine ständige Balance zwischen Kinder für den Kindergarten und Schule fertig machen, Windeln wechseln, bei den Hausaufgaben betreuen und an Telefonkonferenzen und Meetings teilzunehmen. Es ist  die Balance zwischen Projekte voranbringen und kranke Kinder betreuen.

 

Es muss aufhören, dass Frauen dazu gezwungen werden sich zwischen ihrer Familie und ihrer Karriere zu entscheiden. Flexibilität ist kein Schimpfwort. Flexibilität bedeutet nicht, dass die Produktivität der Mitarbeiter darunter leidet. Im Gegenteil: Wenn man Studien zu Rate zieht, sieht man, dass dank Flexibilität diese Arbeitnehmer effektiver und unternehmensorientierter arbeiten. Sie agieren oft zielorientiert, sehr fokussiert und priorisieren die Notwendigkeit.

 

Es geht nicht nur um die Frauen, die arbeitenden Mütter selbst. Es ist etwas, das die ganze Familie beeinflusst. Es betrifft so viel mehr. Die Reparatur des Autos, das Kümmern um den kranken Papa, Arztterminen, Kinderbetreuung und alles, was dazu gehört.

 

Und während der Weg ein Stück weit dahin geebnet ist, ist es noch ein sehr großes Stück zu gehen. Es braucht Unternehmen, die diesen Weg mitgehen. Es braucht eine Politik, die das forciert. Es braucht Unternehmen, die die Herausforderungen des Privat-und Berufslebens anerkennen und helfen in Einklang zu bringen.

 

Denn am Ende des Tages, ist es letztendlich egal, welchen Beruf ich ausübe oder welchen Titel ich trage. Für meine Kinder bin ich einfach Mama. Egal, wie viele Artikel ich an dem Tag verfasst habe, wie viele Telefonate ich geführt und wie viele E-Mails ich geschrieben habe. Dieser Job ist der wichtigste in meinem Leben. Denn ich erziehe die Arbeitnehmer der Zukunft. Durch das, was ich tagtäglich tue und vorlebe. Nämlich, dass wir alle gleich sind. Alle voller Talente. Indem ich meinen Kindern zeige, dass es keine Vorurteile geben sollte. Dass es egal ist, welcher Religion oder welcher Herkunft man angehört und dass jedem jeder Weg offen steht.

 

Veränderungen passieren nicht über Nacht. Aber unsere Kinder können die Veränderung sein. In einer Welt, in der JEDER und JEDE einzelne seinen Platz am Arbeitstisch hat.

 

Wir brauchen mehr Flexibilität. Mehr Möglichkeiten von zu Hause aus zu arbeiten, zum Beispiel in der Elternzeit oder wenn eines der Kinder krank wird. Wir brauchen mehr Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Auch unternehmensinterne. Wir brauchen Chefs, die auch mal akzeptieren, wenn das Kind mit auf die Arbeit geht, weil die Tagesmutter krank ist. Wir brauchen kindgerechte Arbeitszeiten, Räume und Zeiten, in denen wir in Ruhe abpumpen können, wenn wir noch stillen. Wir brauchen so viel mehr.

 

Wir brauchen FLEXIBILITÄT.

 

Also liebe Unternehmen, liebe Politiker, helft uns Müttern dabei. Schafft Möglichkeiten. Ihr werdet es doppelt und dreifach zurückerhalten. Denn niemand kann besser planen, arbeitet effizienter und zielorientierter, auch in einem engen Zeitplan, als eine Mutter. Schließlich macht sie nichts anderes tagtäglich zu Hause.  

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sandra Henn (Dienstag, 02 Juli 2019 22:18)

    ich arbeite für eine große Versicherung.Ich kann jeden Tag ein Lied davon singen.wir sollen Flexibel sein während mein Arbeitgeber in die „Steinzeit „zurückfällt.Das ist einfach die Politik gefragt!!Sonst wird sich da nichts ändern..traurig aber leider wahr.da kommen unqualifizierte dumme Aussagen von ungeeigneten Führungskräften/Bereichsleitern wie wenns dir nicht passt kannst du kündigen.?????Keine konstruktiven Vorschläge....schlimm

  • #2

    sandra henn (Dienstag, 02 Juli 2019 22:28)

    hätte Bock ein
    Bürgerbegehren zu starten�

  • #3

    sandra henn (Dienstag, 02 Juli 2019 22:32)

    sorry Volksbegehren ..bin müde..2 tage Servicedienst.danach kind holen.bett.dann wars 22 uhr.������������das bis zu 10 mal monatlich