Artikel mit dem Tag "Mamaliebe"



Es ist 14 Uhr am Nachmittag und eigentlich war ich ganz zufrieden damit, wie der Tag bisher lief. Ich habe das Vesper für den Tag vorbereitet, habe die Zwerge in die Schule gebracht und war rechtzeitig auf der Arbeit. Und das nach einer Nacht, in der unser kleiner Sohn sich mal wieder um 4 Uhr gemeldet hatte und meinerseits an Schlaf nicht mehr zu denken war...
Liebe Mama, ich fühle dich. Und ich sehe wie du dich verändert hast. Und es gibt nichts Schöneres als das. Vielleicht ist es dir nicht bewusst. In dem Alltag des anstrengenden Mama-Daseins fühlst du dich manchmal verloren und sicher nicht gerade schön. Aber du bist es.
Mein lieber Zwerg, als dein großer Bruder dich heute Morgen an der Hand nahm und dir erklärte, wie so ein Schultag abläuft, was dich erwartet, wo du welchen Raum findest und dass er dich in der Pause abholen würde, da hattest du keine Ahnung, wie ich mich fühlte.
Ich weiß, liebe Mama, du hast oft das Gefühl, dass du heute nichts geschafft hast. Das Abendessen ist vorbei und das schmutzige Geschirr stapelt sich im Spülbecken. Die Betten sind noch immer nicht gemacht, obwohl es schon fast wieder Schlafenszeit ist. Du hast heute den ganzen Tag an den Geburtstag deiner Freundin gedacht und bist dann doch nicht dazu gekommen sie anzurufen...
Diese Zeilen gehen an die Frau, die niemals eine Pause hat. Die tief im Chaos, den Wäschebergen und Legosteinen versinkt. An die Mama, die hungrige Bäuche füttert, Herzen mit Liebe erfüllt, tausendfach Fragen beantwortet, Tränen trocknet und Pflaster auf nicht vorhandenen Wunden klebt. Die Mama, deren Haare zerzaust, die Augenringe tief, aber deren Herz nie voller war.
Ich bin eine Perfektionistin. Vor allem dann, wenn es um mich selbst geht. Ich erwarte viel von mir, manchmal auch zuviel. Will alles richtig machen und auf keinen Fall Fehler machen. Das hat schon früh begonnen: In der Schule kamen mir die Tränen, wenn ich einen Dreier mit nach Hause brachte. Ich habe meine Hausaufgaben zwei Mal gecheckt, damit auch ja alles stimmte und hatte sie gemacht, kaum, dass der Lehrer sie aufgegeben hatte...
Über das Mamasein und warum wir für unsere Kinder auch Schiffe sind.
Mein lieber Zwerg, ich sitze hier im Dunkeln und spüre deinen Atem an meiner Wange. Ich muss lächeln bei dem Gedanken daran, als du mir heute erklärt hast, warum Papas Auto schwerer ist als Mamas. Und dass du es daran feststellst, weil es bei Papa viel mehr ruckelt und dann der Blutdruck im Popo hochgeht...
Du lebst in einem Haus, das geputzt werden muss, tagtäglich und das dir viel abverlangt? Wechsle die Perspektive: Du hast ein sicheres zu Hause...
Meine lieben Zwerge, gestern bin ich ausgetickt. Ich war übermüdet und überfordert. Von dem Tag, der letzten Woche, der vielen Arbeit, euren Streitereien. Und ich habe es an euch ausgelassen. Ich wurde lauter und habe in diesem Moment schon gespürt, dass das was ich hier tue, nicht richtig ist. Dennoch habe ich jeden weiteren Satz mit aber, du musst; aber du solltest, usw. beendet..

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