Artikel mit dem Tag "Mamaliebe"



Ich weiß, liebe Mama, du hast oft das Gefühl, dass du heute nichts geschafft hast. Das Abendessen ist vorbei und das schmutzige Geschirr stapelt sich im Spülbecken. Die Betten sind noch immer nicht gemacht, obwohl es schon fast wieder Schlafenszeit ist. Du hast heute den ganzen Tag an den Geburtstag deiner Freundin gedacht und bist dann doch nicht dazu gekommen sie anzurufen...
Diese Zeilen gehen an die Frau, die niemals eine Pause hat. Die tief im Chaos, den Wäschebergen und Legosteinen versinkt. An die Mama, die hungrige Bäuche füttert, Herzen mit Liebe erfüllt, tausendfach Fragen beantwortet, Tränen trocknet und Pflaster auf nicht vorhandenen Wunden klebt. Die Mama, deren Haare zerzaust, die Augenringe tief, aber deren Herz nie voller war.
Ich bin eine Perfektionistin. Vor allem dann, wenn es um mich selbst geht. Ich erwarte viel von mir, manchmal auch zuviel. Will alles richtig machen und auf keinen Fall Fehler machen. Das hat schon früh begonnen: In der Schule kamen mir die Tränen, wenn ich einen Dreier mit nach Hause brachte. Ich habe meine Hausaufgaben zwei Mal gecheckt, damit auch ja alles stimmte und hatte sie gemacht, kaum, dass der Lehrer sie aufgegeben hatte...
Über das Mamasein und warum wir für unsere Kinder auch Schiffe sind.
Mein lieber Zwerg, ich sitze hier im Dunkeln und spüre deinen Atem an meiner Wange. Ich muss lächeln bei dem Gedanken daran, als du mir heute erklärt hast, warum Papas Auto schwerer ist als Mamas. Und dass du es daran feststellst, weil es bei Papa viel mehr ruckelt und dann der Blutdruck im Popo hochgeht...
Du lebst in einem Haus, das geputzt werden muss, tagtäglich und das dir viel abverlangt? Wechsle die Perspektive: Du hast ein sicheres zu Hause...
Meine lieben Zwerge, gestern bin ich ausgetickt. Ich war übermüdet und überfordert. Von dem Tag, der letzten Woche, der vielen Arbeit, euren Streitereien. Und ich habe es an euch ausgelassen. Ich wurde lauter und habe in diesem Moment schon gespürt, dass das was ich hier tue, nicht richtig ist. Dennoch habe ich jeden weiteren Satz mit aber, du musst; aber du solltest, usw. beendet..
Oft erwischt es mich mitten in der Nacht. Dann, wenn ich nochmal nach dir sehe, bevor ich ins Bett gehe. Wenn ich überprüfe, dass du richtig atmest, dass es dir gut geht. Die Decke wieder zurechtlege und dich drehe, weil du wieder ganz verquer im Bett liegst. Dein Köpfchen streichle und dir sage, ich hab’ dich lieb. Dann erwischt es mich: Dieses Gefühl von Glück. Das Gefühl von Glück und Dankbarkeit. Und das Wissen darüber, wie gesegnet ich bin. Mit dir.
Du bist heute wütend geworden. Lauter. Zu laut. Du hast es nicht geschafft das Geschirr zu spülen. Es stapelt sich in der Spüle, die Spülmaschine hat den Geist aufgegeben. Du bist müde. Erschöpft. Fragst dich, wann endlich Ruhe einkehrt in deinem Haus.
Ich halte deine Hand. Und du meine. Ich fange dich auf. Und manchmal du mich. Dann bist du der Starke. Schenkst mir nach einem stressigen Tag ein Lächeln, nimmst mich in den Arm und sagst mir: „Ich hab‘ dich lieb.“. Dann weiß ich, du hast mich gerettet. An diesem Tag und an vielen anderen. Du bist mein Leben.

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