Ich warte auf die Regenbogentage

Es war ruhig die letzten Wochen. Fast schon zu ruhig. Es ist auch nicht so, dass ich nicht immer wieder an euch denken würde oder dass ich mir selbst nicht sagen würde, es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag. Denn letztendlich tut mir ja jede Kommunikation mit euch gut und jedes Wort baut auf. Ich habe nur seit einiger Zeit wieder sehr wenig Energie. Ich fühle mich erschöpft und sehr müde. Körperlich müde, weil die Nächte gerade wieder sehr kurz sind und das Gedankenkarussell munter seine Kreise zieht. Und ich fühle mich seelisch müde. Es ist, als ob sich ein schwerer Mantel auf meine Seele gelegt hätte und ich kann nicht ganz einschätzen, ob dies ein Schutz ist, weil zu viel eben zu viel ist oder schlichte Ermüdung vom Alltag. Noch immer habe ich nicht gelernt, dass mitfühlen nicht bedeuten muss, dass ich mitleide. Wann immer etwas in meinem Freundes-oder Bekanntenkreis passiert, leide ich buchstäblich mit. Da ist ein nahe stehender Mensch einer Freundin verstorben und ich fühle mit, der Kummer überrollt mich. Trauer, die ich seit einigen Jahren in mir trage, bahnt sich wieder den Weg an die Oberfläche und schmerzt. Eine andere Freundin hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und ich kümmere mich und bin da, alles andere würde sich einfach nicht richtig anfühlen. Aber es saugt mich ein Stück weit auch aus. Meine Kräfte schwinden und die Nächte überfallen mich. Mit all den verwirrten, traurigen und schmerzenden Gedanken. Und manchmal bringen sie Albträume mit. Die, die ich nicht mal aussprechen kann, weil sie mir so sehr weh tun. Ich arbeite wieder sehr viel, hinzu kommen all die anderen Verpflichtungen, die ich an guten Tage wuppe, an weniger guten kaum schaffe. Ich lächle und gebe mich tapfer. Kann ja nicht schon wieder schlapp machen, war ich schließlich lange genug. Und frage mich gleichzeitig, wie lange wird es dieses Mal gut gehen? Ich bin ein wenig ratlos. Und unendlich müde. An ganz besonders schlechten Tagen, ist jeder Gang zur Tür, wenn es klingelt oder das Handy vibriert, kaum zu bewältigen. Es würde ja bedeuten, ich muss kommunizieren. Die schwere Leere ist zurück und ich stemme mich mit aller Macht dagegen. Will nicht wieder da enden, wo ich einmal war. Also werde ich versuchen so viel Liebe zu begegnen, wie nur irgend möglich. Denn Liebe trägt alles. Irgendwie. Und ich warte auf den Regenbogen. Denn Regenbogen sind mein Symbol der Hoffnung. Hoffnung, dass es immer weitergeht. Und dass sich jeder Schritt lohnt. Ich warte auf die Regenbogentage.

 

In Liebe, Nisla

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