Klinik-Update

Ihr Lieben,

 

 

 

ein kurzes Update für euch, weil ich es einfach wunderbar finde, wie viele Nachrichten und Mitgefühl ich erhalte. Aktuell schaffe ich es leider nicht allen persönlich zu antworten, aber seid sicher, dass ich jede einzelne eurer Nachrichten lese und sie wie eine reichende Hand für mich sind, wenn ich am Boden liege. Und diese Momente des am Bodenliegens gab es in dieser Woche so einige. Aber es gab auch die anderen- die guten Momente.

 

Ich würde sagen, dass diese Woche die härteste Woche der ganzen Therapie bisher war. Letztendlich bin ich am Freitag dann in der Gruppentherapie zusammengebrochen. Es ist unvorstellbar wie viel ich in all den vielen Jahren verdrängt habe, wie verletzt meine Seele ist und was jetzt alles ausbricht. Vorletzte Woche habe ich zusätzlich zur Depression die Diagnose komplexe posttraumatische Belastungsstörung erhalten. Klingt kompliziert, genauso fühlt es sich auch an. Ich werde hier von wunderbaren Therapeuten begleitet, die mich Tag für Tag auf meinem Weg unterstützen. Seit vorletzter Woche weiß ich auch, dass ich länger als sechs Wochen hier sein werde. Aktuell sind acht angedacht, so wie es aussieht, könnte es aber auch dabei nicht bleiben. In all dem Gedankenchaos und dem Schmerz fühle ich mich dennoch auf seltsame Weise getragen. Meine ganze Pinnwand hängt voller Karten und Briefe lieber Menschen. Menschen, die mir so viel Mut und Nähe zusprechen, von denen ich manchmal nicht mal weiß, ob ich sie verdient habe. Ich bin dankbar für jeden einzelnen von ihnen. Und das Patientenmanagement muss nicht mal mehr nach meiner Zimmernummer suchen, wenn Post für mich kommt. ;-)

 

Ich weiß, dass das alles bei weitem nicht selbstverständlich ist.

 

Und dafür bin ich unendlich dankbar. Auch und gerade meinem Mann, der zu Hause alles gerade allein wuppt. Und so viele Freunde, die unsere Jungs mitbetreuen. Was wäre ich ohne sie. Ich mache noch immer viele Fehler und reagiere nicht immer so wie ich es sollte oder wie es angemessen ist. Ich bin ein wandelndes Emotionschaos. Aber ich gebe alles, was ich kann, um wieder glücklich zu sein und glücklich zu machen.

 

 

 

Das alles macht den Weg nicht einfacher, aber es gibt mir die Sicherheit, dass ich keinen einzigen Moment allein bin, egal wie oft es sich danach anfühlt. Meine Emotionen schwanken von Tränenausbrüchen zu vollkommener Leere. Letzteres wohl ein Schutz der Seele, die nicht so schnell mitkommt, wie ich Ungeduldslamm manchmal gern hätte.

 

Es ist ein steiniger Weg. Es ist ein scheiß schwerer Weg. Aber ich gehe ihn. Schritt für Schritt. Und an manchen Tagen schaffe ich es sogar zu lächeln. (Und ja, da sind tatsächlich ein paar graue Haare zu sehen. ;-))

 

Abschließend danke ich euch, dass ihr hier seid. Dass ihr mitfühlt, schreibt, nachfragt. Dass ihr Umarmungen, Kraftpakete, Briefe und so vieles mehr schickt. Ich weiß, dass ich unfassbar gesegnetbin. Von Herzen. Denise

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Nina (Sonntag, 07 März 2021 10:24)

    Du bist so mutig. Danke für deine Offenheit.

  • #2

    Franziska (Montag, 08 März 2021 06:57)

    Du bist eine Ermutigung für so viele Menschen da draußen. Du wirst es schaffen. Fühl dich gedrückt.

  • #3

    Tanja Z., (Montag, 08 März 2021 08:13)

    Ich kann nur eines sagen - Danke!!!