Das bin ich und das bin ich auch

Das bin ich und das andere auch.

Zwischen beiden Fotos liegen oftmals nur ein paar Stunden, manchmal sogar nur Minuten. Ich bin ein emotionales Chaos. Ich fühle zuviel. Und gleichzeitig zu wenig. Ich bin leer und vollkommen überwältigt. Ich bin unendlich müde. Ich wache auf mit etwas Energie und an guten Tagen schaffe ich es zu laufen. An anderen Tagen nicht. An diesen anderen Tagen möchte ich nur im Bett liegen und nichts und niemanden sehen. Einkäufe sind für mich mittlerweile zu einem Spießrutenlauf geworden. Ich verstecke mich hinter meiner Maske und hoffe ständig, dass ich nicht erkannt werde. Ich habe Schweißausbrüche und Herzrasen. Nachts schlafe ich wenig und wenn dann bin ich fast immer von Albträumen geplagt. Manchmal wache ich schreiend auf. Ich denke immer mit dem Herzen. Wenn ich liebe, dann mit allem, was dazugehört. Ich bin bereit Kompromisse einzugehen und stelle mich grundsätzlich an dritte, vierte oder fünfte Stelle.

Heute war mal wieder so ein Tag, der mein mühsam aufgebautes Tageskonstrukt, das sich auf wackligen Beinen hält, einstürzen ließ. Unter anderem habe ich einen Brief der Klinik enthalten, in die ich für mehrere Wochen gehen soll. Nur leider wird wohl erst in einigen Wochen, wenn nicht gar Monaten ein Platz frei werden. Das Warten macht mürbe. Das Warten auf bessere Tage, auf bessere Stunden. Auf Lachen und ungezwungenes Lächeln. Auf Unbekümmertheit. Ich möchte glücklich sein. Glück wieder fühlen können.

 

Möchte glücklich machen. Ich will lebendig sein. Ich will leben. Ich weiß, ich bin nicht einfach, ich bin chaotisch. Vor allem eben emotional. Aber ich bin immer ehrlich. Und immer direkt. Ich bin eben ich. Mit allem, was dazugehört. Und dazu gehören dann auch die schlechten Momente, Tage oder Wochen, wie ich sie momentan erlebe. Es gibt sie die Lichtblicke. Die Regenbogenstrahlen in der Dunkelheit. Menschen, die mich begleiten. Menschen, die ich liebe. An die ich mein Herz verschenke. Die mir viel bedeuten. Aber auch von diesen muss ich manche weiterziehen lassen. Ich fühle Schmerz und bin gleichzeitig betäubt. Die Nacht, die mich überkommt. Ich bin ich. Mit allem, was dazugehört. So auch diese Dunkelheit, die sich Depression nennt.  

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