Das harte Leben einer Fußball-Mami - für den Schiedsrichter


Ich bin eine Fußball-Mami, so richtig mit Leib und Seele und Leidenschaft. Viiieeel Leidenschaft. Das heißt nicht, dass ich meine Kids bei nicht getroffenen Bällen quer über den Platz zusammenschreie, eher im Gegenteil, meine Jungs sind immer die besten Spieler. Da wird jeder gestoppte Ball, jeder gewonnene Zweikampf bejubelt. Eh klar, oder? ;-)

 

Drei Leser-Kategorien

 

Ich bin sicher, meine Leserinnen und Leser teilen sich in drei Kategorien auf. Die Ersten sind die Mamis, die genauso mitfiebern und jetzt ganz genau wissen, worüber ich spreche. Habe ich Recht? Dann gibt es die zweite Kategorie der eher leidenschaftslosen Mamis, die nicht wirklich Ahnung vom Fußball haben wollen und es ihnen auch egal ist, so lange das Zwerglein glücklich umherschwirrt und das Turnier auch nicht bis in die Ewigkeit dauert. Und dann gibt’s noch die Papis, die sich jetzt fragen, was schreibt die da eigentlich. Frauen haben ja eh keine Ahnung vom Fußball. Haben `se wohl. ;-p

 

Drei Fußballer-Kategorien

 

Wie das mit den Eltern ist, so spiegelt sich das auch bei den kleinen Star-Fußballern wieder. Die erste Kategorie sind die, die den Anweisungen des Trainers folgen und den Ball schon ziemlich gekonnt vor sich her schieben und sogar das eine oder andere Tor schießen. Diese Spieler treffen sich in jeder freien Minute dann auch so zum Kicken. Und selbst IM Haus wird nicht davor Halt gemacht. Wir haben uns auf einen weichen Ball geeinigt, des teuren Porzellans Willens.
Dann gibt es die zweite Kategorie. Das sind die, die mehr oder minder so talentiert sind, wie Daniela Katzenberger singt, aber einfach Spaß dran haben und den Unterschied zwischen Hand-und Fußball nicht ganz so eng sehen. Ist ja im jungen Alter auch echt noch wurscht. Und dann gibt es die Dritten, die pflücken Gänseblümchen am Spielfeldrand oder wechseln sich selbst ein auf die Auswechselbank, ist ja auch extrem anstrengend.

Das sind die Coolsten.

Wie es so ist, ich hab‘ zwei Exemplare der Kategorie 1, mit der Ausnahme, dass vor allem mein Großer nicht immer den Anweisungen des Trainers folgt. Der Trainer ist der Papa. Diskussionen vorprogrammiert. Ach ja. Aber das ist eine andere Story.

Jetzt waren wir neulich auf diesem wunderbaren F-Jugend-Turnier. Für alle Ahnungslosen, da spielen die 7-9-Jährigen. Unsere Mannschaft wechselt erst im Sommer in die F-Jugend. Mein Göttergatte aber natürlich hochmotiviert, ach das packen wir schon und wenn nicht, dann müssen sie auch das Verlieren lernen. Mir als Mama schwante schon gleich Böses. Aber auf uns wird ja nicht gehört.

 

Das Turnier

 

Es kam wie es kommen musste. Angekommen beim Turnier, alle gegnerischen Fußballer 1-2 Köpfe größer. Genialo – NICHT! Wer mich kennt, weiß, wie viel Mitleid ich schon jetzt mit meinem armen Zwerg hatte. Trotz, dass sie sich wacker schlugen, folgte leider eine Niederlage nach der anderen.

Und dann kam es zum Showdown , meinem persönlichen Showdown versteht sich. Wir hatten einen Schiedsrichter, der eigentlich Trainer des Stadtrivalen ist, die ebenfalls am Turnier teilnahmen. Gut, ich will ja nicht gleich auch nur das Klitzekleinste unterstellen. Ich? Niemals nicht! Aber ganz geheuer war mir das nicht. Die gegnerische Mannschaft war trotz des Größenunterschieds nicht wesentlich besser als wir, faulte aber unsere Jungs nach Strich und Faden. Und nein, nicht durch die rosarote Mama-Brille gesehen, das sahen auch viele außenstehende Zuschauer so.  Einer unserer besten Spieler also mal wieder gefault am Boden liegend. Der Schiedsrichter unsicher, wir Zuschauer, hey, da liegt ein Spieler, pfeifen! Was macht aber der Schiedsrichter? Lässt tatsächlich weiterspielen. Die gegnerische Mannschaft schießt das entscheidende Tor. Wir alle, immer noch äußerst ungläubig, das zählt jetzt aber nicht oder? Schiedsi lässt Abstoss spielen. Puh, also doch nicht so blind der Referee, denke ich mir. Immer noch 0-0, alles noch drin, denke ich mir. Und selbst den einen Punkt nehme ich gern, denke ich mir.

 

Der Showdown

 

Nach ein paar weiteren Minuten: der Schlusspfiff. Ich mich schon riesig über den Punkt gefreut. Jubelposition eingenommen. 

Der Stadionsprecher verkündet den 1 zu 0 Sieg für die Gegner. Ich so hä, kann ja nicht sein.  Da hab ich mich doch verhört. Meine Mutter zu meiner Linken bestätigte das Unglaubliche. Sieg für die Gegner. 

Ich spürte sofort, das kann ich nicht stehen lassen. Bestimmt ein Missverständnis. Ich natürlich sofort hin zum Stadionsprecher, ich meine, ist ja nicht schlimm, man kann sich ja mal täuschen.

Stimmte nur nicht! Der Stadionsprecher bekräftigte, dass der Schiedsrichter ihm gerade das Ergebnis so mitteilte. Hallloooo? Habe ich richtig gehört? Spinnt der denn? Ich spüre wie mein Puls noch mehr beschleunigt, das Herz rast, mein Löwenmutter-Instinkt schreit, da musste was machen! Geht doch so nicht! 

Also was macht die leidenschaftliche und Vollblut-Fußball-Mami??? Richtig, sie schnappt sich den Schiedsrichter. ;-)  Wer mich kennt, kann sich jetzt ganz gut bildlich vorstellen, wie das in etwa aussah. 

Ich so, ist das dein Ernst? Du hast doch Abstoss gegeben, das Tor zählte doch nicht! Er so, ja war ein Fehler, aber kann er jetzt auch nicht mehr ändern. Tor zählt. Ich wieder, also hör mal, das ist Beschiss. Das kannste nicht machen. Er so, willst du das nächste Mal pfeifen? Ich so , bist ja auch vom Stadtrivalen, kein Wunder. Und blind wie ein Huhn.  Er so, was willst du mir unterstellen. Ich gerade am Loslegen einer weiteren Tirade.... und dann...

 

Mein Mann- das Weichei ;-)

 

DANN kam mein Mann und hat mich dezent zurückgezogen. Das Weichei. ;-) Ich hätte dem Schiedsi ja gern noch ein paar mehr Takte erzählt oder so. Und mir wäre da noch so einiges eingefallen! Ging aber dann nicht. Mmpf. Mein Großer fand den Einsatz der Mama übrigens klasse. War ja auch Beschiss! Also echt jetzt! ;-) Nur mein Mann hat sich etwas geschämt. ETWAS! 

Wisst ihr, ich hab echt kein Problem damit zu verlieren, echt nicht. Aber mit Ungerechtigkeit, da kann ich gar nicht! Und das nächste Mal gehe ich mit mindestens so viel Leidenschaft wieder rein wie dieses Mal. Ich bin schließlich eine Fußball-Mami und was für eine! 

Habt es gut Ihr Lieben! Ob mit oder ohne Fußball. Eure Nisla ❤️

P.S.: Sollte der Schiedsrichter das hier lesen: Schiedsi, wir wissen, wo dein Auto steht, ... 🤣✌️

Ich mach nur Spaß!!! Ist doch klar!